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Was ist ein Investmentclub?
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Ein Investmentclub ist ein Zusammenschluss von Privatpersonen, die sich
in der Regel einmal im Monat treffen, Geld in die gemeinsame Kasse einzahlen
und davon Aktien kaufen. Der erste Investmentclub wurde bereits im Jahre 1898 von einem amerikanischen Farmer gegründet, der in Investionen in die Industrie langfristig eine Perspektive sah. Weil er alleine zu kapitalschwach war, aktivierte er Freunde, Verwandte und Nachbarn und gründete einen Investmentclub. Die "Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz" machte Investmentclubs in den sechziger Jahren in Deutschland bekannt. Ein Investmentclub ist trotz seines Namens keine informelle Vereinigung oder gar ein Verein. Aus rechtlichen Gründen muss ein Investmentclub eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sein. In diesem Fall ist nicht der Club steuerpflichtig, sondern nur das einzelne Mitglied. Eine GbR kann bis zu 30 Mitglieder haben. Damit der Club nicht vom Finanzamt als Finanzdienstleister eingeschätzt wird, sollte erstens der Gesellschaftervertrag des Clubs penibel dem Mustervertrag der "Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz" entsprechen und zweitens sollte das Vermögen des Clubs 0,5 Million Euro nicht überschreiten.
Der Club benötigt eine Geschäftsführung, die möglichtst
Bankerfahrung haben sollte. Der gesamte Gründungsvorgang muss aus rechtlichen
Gründen protokolliert werden und alle Gründungsmitglieder müssen
den Gesellschaftervertrag unterschreiben. Ein Investmentclub benötigt
ein eigenes Verrechnungskonto und ein Wertpapierdepot. Da der Ansprechpartner
für die Verwaltung des Clubdepots die GbR bzw. der Geschäftsführer
ist, muss die Depotbank eine Ausfertigung des unterschriebenen Gesellschaftervertrages
bekommen.Damit der Club arbeiten kann, benötigt er natürlich Geld von den Mitgliedern. Dabei gibt es zwei Modelle: Eine Starteinlage und anschließend regelmäßige, monatliche Überweisungen oder unregelmäßige Zahlungen in beliebiger Höhe. Üblicherweise sollten alle Mitglieder die Investitionsentscheidungen einstimmig treffen. Das Clubvermögen (Depotwert minus Kosten) muss nach einem Schlüssel auf die Mitglieder verteilt werden. Ideal ist dabei das Anteilssystem: Sie legen bei Gründung des Clubs den Startwert eines Anteils fest - zum Beispiel 50 Euro. Der Wert eines Anteils errechnet sich nun relativ einfach: Sie stellen einmal im Monat den Wert des Depots fest und addieren hierzu das Barvermögen (durch Einzahlungen, Dividenden und Verkäufe) des Clubs. Von diesem Bruttovermögen ziehen Sie die Kosten und Gebühren der Depotbank sowie bei Bedarf andere Kosten (Porto, Online-Kosten etc.) ab. Anschließend stellen Sie fest, wieviel Geld im aktuellen Monat eingezahlt wurde und ziehen es von der eben ermittelten Summe ab. Dieser Schritt ist wichtig, da die Anteilsberechnung immer rückwirkend ist. Durch diese Rechnerei haben Sie das Nettovermögen des Clubs ermittelt. Nun können Sie es durch die Anzahl der Anteile teilen, die Sie einen Monat vorher ermittelt haben. Damit erhalten Sie den Wert eines Anteils. Zum guten Schluss müssen Sie noch die "Anteilskonten" jedes Mitglieds aktualisieren, indem Sie die eingezahlte Summe durch den soeben ermittelten Anteilswert teilen. Diese Berechnung sollte auf drei Stellen genau sein, da ähnlich wie bei einem Investmentfonds auch "Bruchanteile" möglich sind. Nun wird entsprechend der Einzahlung jedem Mitglied die neugekaufte Anteilszahl gutgeschrieben. Solange der Club noch keine Aktien gekauft hat, bleibt der Wert eines Anteils bei den anfangs festgesetzten 50 DM. Sollten schon Kosten entstehen, so sinkt der Wert natürlich. Sobald die ersten Aktien gekauft worden sind und Kursgewinne entstehen, steigt der Wert eines Anteils und jeden Monat erhält ein Mitglied mit einer Rate von 50 Euro weniger "Bruchanteile" für sein Geld - wie bei einem Fond. Weitere Informationen über Investmentclubs gibt es bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), Postfach 140243, 40072 Düsseldorf. Hier können Sie die Broschüre "Leitfaden zur Gründung von Investmentclubs" gegen eine Gebühr bestellen. |
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